Eine einst – und oft noch immer – notorisch undurchsichtige, von Zwischenhändlern beherrschte Lieferkette hat ALLIED geöffnet: Mit direktem Zugang zu den Farmen schaffen wir ein unübertroffenes Maß an Transparenz für alle, die Daunenprodukte von einem unserer Partner kaufen.

BESCHAFFUNG

Da Daunen ein Nebenprodukt der Fleischindustrie sind, machen sie nur etwa 2–8 % des Gesamtwerts des Tieres aus. Aufgrund dieses geringen wirtschaftlichen Wertes fehlt der Branche oft der Zugang und die Transparenz, was die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Daunen erschwert.

ALLIED hat dies in den letzten Jahrzehnten geändert, indem wir durch enge Beziehungen und direkte Partnerschaften mit Landwirten und Aufkäufern den Ursprung direkt beziehen. So gewährleisten wir höchste Tierschutzstandards und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit für jedes Daunencluster, das unser Haus verlässt.

Vor über 30 Jahren wurde ALLIED als Isolationsspezialist gegründet – mit direktem Kontakt zu Farmen und Schlachthofgruppen. Als die Outdoor-Branche Anfang der 1980er-Jahre rasant wuchs, wuchs auch der Bedarf an einer neuen, qualitativ hochwertigen Daunenfüllung, die den damaligen Standard deutlich übertraf.

Dank direkter Partnerschaften mit Farmen weltweit konnte ALLIED die Qualität kontrollieren und diesen wachsenden Marken eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sowie Transparenz bieten – lange bevor Nachhaltigkeit und Herkunft branchenweit im Fokus standen.

Im Jahr 2012 nutzte ALLIED dieses profunde Wissen über eine von vielen als unübersehbar eingestufte Lieferkette und begann gemeinsam mit The North Face mit der Entwicklung des heutigen Responsible Down Standards.

Um ihn der gesamten Branche zugänglich zu machen, wurde der Standard an die Textile Exchange übergeben und hat sich seither zu einem der größten und am weitesten verbreiteten Tierschutzstandards in der Textil- und Outdoor-Branche entwickelt.

ALLIED prägt den Wandel der Branche weiterhin nachhaltig – durch die Erschließung neuer Lieferketten, einzigartige Materialien und indem wir Rückverfolgbarkeit sowie fundiertes Wissen erstmals direkt zum Verbraucher bringen.

Diese jahrhundertealte Lieferkette funktioniert im Kern noch immer so wie vor Generationen bei der Aufzucht von Enten und Gänsen.

Die Lieferkette gliedert sich im Wesentlichen in drei verschiedene Bereiche, die jeweils ganz eigene Vorteile und Herausforderungen mit sich bringen: industrielle Erzeugung, Aufkaufstrukturen und Elterntierbetriebe.

Unseren Schätzungen zufolge halten sich die industriellen Erstrunden- und die Aufkauf-Lieferketten die Waage, während Elterntierbetriebe lediglich 3 bis 8 % der Gesamtbetriebe ausmachen.

Industrielle Erzeugungsbetriebe

In Nordamerika verbindet man mit industrieller Geflügelzucht meist ein eher wenig einladendes Bild. Anders als diese oft als Abschreckung dienenden Hühnerfarmen bilden Betriebe in der Enten- und Gänselieferkette dazu meist den Gegenpol – mit weitläufigen Wasserflächen und frei umherlaufenden Tieren. Oftmals sind größere Betriebe sogar in kommerzielle Obstplantagen integriert, die natürlichen Schatten spenden, während die Tiere gleichzeitig für eine natürliche Düngung sorgen – ein überraschend geschlossener Kreislauf.

Die Rückverfolgbarkeit innerhalb der industriellen Lieferkette gestaltet sich zwar wesentlich unkomplizierter als beim sammlerbasierten Modell, doch gerade hier ist genaue Vorsicht geboten, woher die Daunen tatsächlich stammen. In vielen Teilen Europas ist die Zwangsfütterung gängige Praxis. Aus diesem Grund werden Sie bei ALLIED französisches Entendaunenmaterial mit Sicherheit vergeblich suchen.

Die Elterntierbetriebe

Teil der industriellen Lieferkette sind auch Betriebe, in denen Elterntiere gehalten werden, um Eier für die Zucht zu erzeugen. Diese Elterntierbetriebe machen schätzungsweise 3 bis 8 % der globalen Lieferkette aus. Nach Abschluss ihres 4- bis 6-jährigen Lebenszyklus gehen sie am Ende ihres produktiven Kreislaufs in die Lebensmittelversorgung über.

Sammlerbasiert

Diese Lieferkette gleicht einem dichten Geflecht aus Aufkäufern, die Rohmaterial von Kleinstbetrieben einsammeln – manchmal nicht größer als ein einzelner Haushalt, der Geflügel zur Selbstversorgung der Familie hält. Die Aufkäufer ziehen in ihrer Region von Dorf zu Dorf und sammeln sämtliche Wertstoffe und Rückstände ein, die zur Abholung bereitstehen – darunter eben auch die Daunen und Federn der Tiere.

Bei diesen Kleinstbetrieben und Haushalten, die Geflügel primär zur Selbstversorgung halten, ist das Risiko für das Tierwohl nahezu ausgeschlossen (denn wenn den Tieren Schaden zugefügt würde, könnten sie nicht verwertet werden) – allerdings gestaltet sich die Rückverfolgbarkeit hier äußerst schwierig.

Die Rückverfolgbarkeit in diesem Teil der Lieferkette konnten wir dadurch gewährleisten, dass wir vor Ort in den ländlichen Regionen eigene Niederlassungen eingerichtet und Alphabetisierungsinitiativen für die Sammlergemeinschaften ins Leben gerufen haben. So ist sichergestellt, dass jeder Materialankauf lückenlos von den erforderlichen Begleitpapieren dokumentiert wird.

Die sammlerbasierte Lieferkette ist für uns von großer Bedeutung: Sie birgt nicht nur ein gegen Null tendierendes Risiko in puncto Tierwohl, sondern liefert zugleich erstklassige Materialqualität, da die deutlich älteren Tiere besonders große und robuste Daunenbüschel ausbilden.

Tierwohl
Tierschutzlösung

In der industriellen Aufzucht werden die Tiere für die Fleischverarbeitung geschlachtet: Enten in China im Alter von 6 bis 8 Wochen, Gänse nach 12 bis 16 Wochen (in Europa sind beide jeweils etwas älter). In der weitaus größten Mehrheit der Lieferkette ist ein Lebendrupf schlicht ausgeschlossen, da die Tiere zum Zeitpunkt der Schlachtung noch viel zu jung dafür sind. Die Gefahr eines Lebendrupfs besteht ausschließlich in Zuchtbetrieben (Parentalbetrieben), da die Tiere dort über mehrere Jahre hinweg gehalten werden. Selbst unter diesen Bedingungen gibt es jedoch weltweit nur einen einzigen dokumentierten Fall, in dem dies nachweislich auf der White Goose Farm vorgekommen ist. Legt man die globale Lieferkette zugrunde, liegt das tatsächlichen Risikopotenzial bei gerade einmal einem Viertel von einem Prozent aller Betriebe. Schätzungen zufolge sind insgesamt lediglich 1 bis 2 % der Daunenlieferkette von dieser Praxis bedroht. Zudem weist das eingesammelte Material stets eine Füllkraft von 800 Cuin oder mehr auf. Da es sich hierbei um besonders hochwertige Daunen handelt, sind alle Materialien, die keine weißen Gänsedaunen mit einer Füllkraft von über 800 Cuin sind, von dieser Praxis von vornherein gar nicht betroffen.

Das zweite Problem – das je nach geografischem Standort und regionalen Gepflogenheiten unterschiedlich kontrovers diskutiert wird – ist der Bezug von Daunen aus der Zwangsfütterung für die Foie-Gras-Produktion. Bei diesem Verfahren werden Enten und Gänse kurz vor der Schlachtung zwangsgefüttert, indem man ihnen eine maishaltige Diät verabreicht, um ihre Lebern für die Foie-Gras-Produktion zu vergrößern. Wie so vieles im Tierreich hat auch dieses Verhalten seinen Ursprung in einem natürlichen Instinkt, bei dem sich Vögel vor dem Vogelzug von Natur aus intensiv Reserven anlegen. Die Art und Weise, wie dieser Prozess auf industrieller Ebene praktiziert wird, ist jedoch der ausschlaggebende Grund, warum wir strikt darauf verzichten, Daunen von Tieren zu beziehen, die in Betrieben für die Foie-Gras-Produktion aufgezogen und geschlachtet werden.

Abgesehen von diesen beiden spezifischen Herausforderungen, denen wir uns stellen, arbeiten wir kontinuierlich mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammen, um das Leben der Tiere stetig zu verbessern, und hinterfragen fortlaufend, wie Tierschutzorganisationen den Begriff der „Best Practices“ definieren.

Als die Branche im Jahr 2010 durch massive Kritik ins Visier geriet, wurde offensichtlich, dass verbindlichere und strengere Standards unerlässlich waren. Daraufhin machten wir uns gemeinsam mit The North Face, Control Union und Tierschutzorganisationen an die Entwicklung einer verlässlichen Branchenzertifizierung. Im Jahr 2014 wurde dieser Standard unter dem Namen „Responsible Down Standard“ an die Textile Exchange und die gesamte Textilindustrie übergeben. Auch in der Folgezeit arbeiteten wir eng mit Partnermarken und Branchenvertretern zusammen, um bestehende Standards weiter zu stärken und zu optimieren sowie maßgeschneiderte Beschaffungsinitiativen auf Markenebene zu entwickeln.

Die eigentliche Herausforderung bestand darin, eine seit Generationen traditionell gewachsene Lieferkette für ein neues Denken und teilweise auch für neue Arbeitsweisen zu öffnen. Mit Blick auf die fünf Freiheiten des Tierschutzes nach Brambell war es für ALLIED wiederholt erforderlich, aktiv einzugreifen und gezielt zu investieren, um landwirtschaftliche Betriebe und Verarbeitungsstätten baulich wie betrieblich zu optimieren und die Standards vollumfänglich zu erfüllen.

Selbst in einer auf Sammelstrukturen basierenden Lieferkette – deren Rückverfolgbarkeit (als unverzichtbare Grundlage jeder Tierschutzzertifizierung) von vielen für unmöglich gehalten wurde – haben wir dezentrale Stützpunkte eingerichtet, um den Sammlern grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse zu vermitteln. So stellen wir sicher, dass sie die erforderlichen Dokumente ausstellen können, die uns die lückenlose Rückverfolgbarkeit garantieren.

Seit 2016 ist zudem die gesamte globale Lieferkette von ALLIED nach mindestens einem der führenden Branchenstandards zertifiziert.

In der Anfangsphase dieser Zertifizierungsprozesse gab es durchaus frustrierende Momente, in denen wir von Höfen verwiesen wurden, weil wir dort nicht als Fleischkäufer auftraten. Mittlerweile sind regelmäßige Besuche jedoch nicht nur problemlos möglich, sondern lassen sich sogar von Filmteams begleiten. Die Landwirte sind stolz auf ihre Arbeit und erzielen mittlerweile höhere Erlöse für ihr Fleisch. Ein Gänsebauer in China, den wir vor Kurzem besucht haben, präsentierte uns stolz seinen mit LEDs verzierten Ghettoblaster, mit dem er Musik für seine Tiere auflegt, um ihr Wohlbefinden zu steigern. An sonnigen Tagen bevorzugten sie K-Pop, erzählte er, während an trüben Tagen bisweilen eine chinesische Variante von Easy-Listening-Jazz auf dem Programm stehe.

one-righty
innovation

Für uns dienen die Standards schlicht als verlässliche Basis, um Endverbrauchern die komplexen Besonderheiten des Materials näherzubringen. Viel zu lange konnten die Kunstfaserindustrie und Tierschutzaktivisten Daunen unangefochten angreifen und Falschinformationen verbreiten – ohne dass Kundinnen und Kunden eine Möglichkeit hatten, sich fundiert über die Leistungsfähigkeit und die ökologische Bilanz verantwortungsvoll beschaffter Materialien zu informieren.

Aus diesem Grund rief ALLIED im Jahr 2015 – zeitgleich mit der Markteinführung der ersten RDS-zertifizierten Produkte – die Plattform TrackMyDown.com ins Leben.

Über die Plattform können Endverbraucher mithilfe der Chargennummer auf ihrer Jacke sämtliche relevanten Details zur Daunenfüllung abrufen – von der Herkunft und dem Reinheitsgrad bis hin zur detaillierten Inhaltsanalyse. So erfahren sie genau, was die Bauschkraft (Fill Power) ausmacht, warum Reinheit und Verarbeitung für die Leistungsfähigkeit entscheidend sind und wie sich diese Faktoren auf die Qualität des jeweiligen Produkts auswirken.

Im Jahr 2020 führt ALLIED mit dem Optix iMirror – in Zusammenarbeit mit Nobal Technologies – ein weltweit einzigartiges Tool zur Daunen-Rückverfolgbarkeit direkt im stationären Handel ein.

Ausgestattet mit einem integrierten Lesegerät, das auf eine spezielle Veredelung der Daunen abgestimmt ist, kann der Spiegel das Daunenmaterial im Inneren des Kleidungsstücks direkt erfassen. Kundinnen und Kunden können so interaktiv auf die Daten der Daunen zugreifen, um mehr über deren Qualität zu erfahren, die Herkunft und Gewinnungsmethoden einzusehen, passende Produktalternativen zu entdecken und ihre Bestellung direkt am Smart Mirror auszulösen.