Grundlegend ist die Erkenntnis, dass nahezu sämtliche in der Bekleidungs- und Bettwarenindustrie verwendeten Daunen ein Nebenprodukt der Fleisch- und Geflügelwirtschaft darstellen. Schätzungen zufolge entfallen lediglich 2 bis 8 % des Gesamtwerts eines Tieres auf die Daunen. Eine Aufzucht von Tieren erfolgt ausschließlich zur Fleischproduktion; Daunen werden niemals als Primärprodukt gewonnen.
Ein vollständiger Verzicht auf den Kauf von Daunenprodukten hätte keinerlei Auswirkungen auf die Zahl der aufgezogenen Tiere.
Innerhalb der Lieferkette bestehen gleichwohl gewichtige Bedenken; daher setzt ALLIED alle verfügbaren Mittel ein, um sicherzustellen, dass sämtliche Zulieferbetriebe Best Practices in der Tierhaltung anwenden. Wo Optimierungspotenziale bestehen, wirken wir aktiv an deren Umsetzung mit – in dem Bewusstsein, dass aufgrund des geringen Wertanteils von 2 bis 8 % für Landwirte und Schlachthöfe kaum Eigenanreize zur Durchführung solcher Anpassungen vorhanden sind.
Die beiden zentralen Herausforderungen in diesem Bereich betreffen den Bezug von Daunen aus der Zwangsfütterung für die Foie-Gras-Produktion sowie aus dem Lebendrupf.
Zwangsfütterung
In einigen Regionen weltweit praktizieren Landwirte die Zwangsfütterung von Enten und Gänsen zur Lebervergrößerung für die Foie-Gras-Industrie. Da ein Großteil der Enten in Europa für die Foie-Gras-Produktion aufgezogen wird, stellt dieser Bereich mengenmäßig das größte Risiko dar.
Aus diesem Grund bezieht ALLIED seit Jahren kaum noch Entendaunen aus Europa. Für landwirtschaftliche Betriebe ist eine Umstellung der Produktion zwar verhältnismäßig einfach und kostengünstig, doch stellen jene Regionen vor Probleme, in denen Parallelproduktion rechtlich zulässig ist. Aufgrund des in solchen Gebieten hohen Risikos hat sich ALLIED dazu entschlossen, diese Beschaffungsquellen konsequent zu meiden.
Lebendrupf
Der Lebendrupf stellt eine verwerfliche Praxis dar, bei der älteren Vögeln, die sich im natürlichen Mauserprozess befinden, das Daunengefieder systematisch von der Brust gerissen wird. Obgleich diese Methode gewiss das schwerwiegendere Problem darstellt, betrifft das damit einhergehende Risiko lediglich einen minimalen Bruchteil des weltweiten Gesamtangebots – ungeachtet anderslautender Fehlinformationen seitens diverser Tierschutzorganisationen.
Ein Lebendrupf setzt voraus, dass Vögel alt genug werden, um ihnen saisonal Daunen zu entnehmen. Da das Gefieder nachwächst, sind diese Tiere in den Folgejahren anhaltend von Wiederholungsrupfungen bedroht. Diese Praxis ist geografisch und strukturell auf Elterntierbetriebe beschränkt, in denen Vögel über mehrere Jahre gehalten werden, um Eier für den Markt zu erzeugen und die Aufzuchtbetriebe für die Fleischproduktion zu versorgen. Da Schlachtungen in der industriellen Lieferkette bereits im Alter von 8 bis 11 Wochen erfolgen, ist ein Lebendrupf außerhalb dieser Elterntierstrukturen ausgeschlossen.
Darüber hinaus ist diese Praxis physisch auf weiße Gänse beschränkt, da andere Arten diese Behandlung nicht überleben würden. Da ein Tier in seiner Funktion als Elterngans jedoch von unschätzbarem wirtschaftlichen Wert ist, wäre eine Tötung durch unsachgemäßen Umgang völlig kontraproduktiv. Zudem betrifft dieses Problem ausschließlich den industriellen Sektor, der rund 50 % des weltweiten Angebots ausmacht. Die verbleibenden 50 % entstammen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, in der tierhaltungsbedingte Risiken nahezu ausgeschlossen sind.